Profifussballer spendet eine Million Euro

Didier Drogba Ivory Coast

Diese Summe gab Didier Drogba den Familienangehörigen der Minenarbeiter, welche vor zwei Wochen bei einem Minenunglück in der Türkei ums Leben gekommen sind.

Der Stürmer von Galatasaray Istanbul entschloss sich dazu den Familien der Minenarbeiter zu helfen, welche im türkischen Soma bei einer Minenexplosion ihr Leben verloren hatten. Bei dem Unglück am 13. Mai kamen 301 Minenarbeiter ums Leben.

Als ihn Journalisten nach seiner Motivation für diese Spende gefragt haben, sagte er nur, dass er helfen möchte. "Ich bin ein Goodwill UN-Botschafter und will alles tun, um den Menschen in Soma zu helfen. Aber ich will mich damit nicht brüsten, das ist nicht mein Stil. Ich brauche diese Art der Selbstdarstellung nicht."

Normalerweise würde man bei der Spende einer so hohen Summe an eine kalkulierte PR-Aktion denken, aber bei Drogba drängt sich dieser Eindruck nicht auf. Der ehemalige Chelseaspieler hat sich in der Vergangenheit nämlich schon öfter sozial engagiert.

Vor fünf Jahren spendete er beispielsweise drei Millionen Euro für den Bau eines Krankenhauses in seiner Heimatstadt Abidjan in der Elfenbeinküste. Ausserdem spielte er auch beim Friedensprozess in seinem Heimatland eine wichtige Rolle.

Nachdem sich die Elfenbeinküste für die Weltmeisterschaft 2006 qualifiziert hatte, flehte Drogba die beiden Kriegsparteien an endlich die Waffen niederzulegen, was tatsächlich zu einem Waffenstillstand nach fünf Jahren Bürgerkrieg führte und schliesslich den Friedensprozess einleitete. In diesem wurde Drogba dann auch Mitglied der Wahrheits- und Versöhnungskommision.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) ernannte ihn 2007 zum Goodwill Botschafter um dabei zu helfen eine grössere Aufmerksamkeit und Sensibilität für Afrikas Probleme zu erreichen.

Aufgrund seines sozialen Engagements und seiner Rolle im ivorischen Friedensprozess wählte ihn das Time Magazin 2010 in die Liste der 100 einflussreichsten Personen der Welt. Viele Leute in Afrika denken, dass er nach Mandelas Tod nun sogar die einflussreichste Person auf dem schwarzen Kontinent sei.

Sein jetziges Engagement für die Familien der Opfer von Soma zeigt einmal mehr, dass Drogba viel mehr als nur ein guter Fussballspieler ist und dass er seine Popularität auch für die gute Sache ausserhalb des Spielfeldes einsetzt. Obwohl die Weltmeisterschaft erst in zwei Wochen beginnt, hat für viele Menschen bereits jetzt Didier Drogba die bemerkenswerte Leistung eines Fussballers in diesem Jahr abgeliefert.

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