Fünf Erkenntnisse aus dem Champions-League-Finale

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Das hat uns das Madrider Stadtduell um den wichtigsten europäischen Fussballtitel gelehrt.

1. Reals Sieg war glücklich, aber nicht unverdient

Die ersten 70 Minuten hat Athletico Madrid einen sehr gut organisierten und effektiven Fussball gespielt und vor allem im Mittelfeld den Ball technisch anspruchsvoll laufen lassen. In den letzten 20 Minuten haben sie sich dann allerdings nur noch hinten reingestellt und ausschliesslich verteidigt. Eventuell mussten sie dem hohen Laufpensum davor Rechnung tragen, aber so haben sie förmlich um den Ausgleich gebettelt. Das dieser erst in der Nachspielzeit gefallen ist, mag sehr glücklich für Real Madrid gewesen sein, aber aufgrund der aktiveren Spielweise hatten sie ihn sich auch verdient.

2. Ronaldo lässt keine Gelegenheit zur Selbstdarstellung aus

Da spielt es dann auch keine grosse Rolle ob er im gesamten Spiel eher enttäuscht und dann eben nur den bedeutungslosen Elfmeter zum 4:1 verwandelt hat. Seine theatralische Gestik mit dem Entblössen des Oberkörpers und dem verzerrten Gesichtsausdruck zeigte einmal mehr, dass Ronaldo selbst sein grösster Fan ist. Man hätte den Treffer aus Respekt vor einem starken Gegner und aufgrund einer eher schwachen eigenen Leistung auch emotionsloser feiern können, aber das hätte wohl nicht zum Selbstverständnis des grössten Egozentrikers im Weltfussball gepasst.

3. Simeone ist der neue Klopp in Europa

Letztes Jahr noch hat der Dortmunder Trainer in Europa durch seine erfolgreiche Spielweise und seine emotionale Art am Spielfeldrand auf sich aufmerksam gemacht und wurde dadurch zum grossen Shootingstar der letztjährigen Champions-League-Saison. Dieses Jahr geht dieser Titel eindeutig an Athleticos argentinischen Trainer Diego Simeone, der einen Aussenseiter ohne einzige Niederlage ins Champions-League-Finale gebracht hat. Dort ist er ebenfalls wie Klopp im Vorjahr durch seine emotionale Gestik aufgefallen. Man wird sich diesen Namen in Europa sicherlich merken müssen.

4. Khedira ist noch nicht in WM-Form

In der ersten Halbzeit war der deutsche Nationalspieler einer der schwáchsten Akteuere auf dem Platz. Man hat ihm die fehlende Spielpraxis nach seiner langen Verletzungspause deutlich angemerkt und in dieser Verfassung sollte er kein Stammspieler in Brasilien sein. Zumal dort aufgrund des Klimas ein unfitter Spieler noch deutlich grössere Probleme bekommen wird.

5. Real Madrid hat vermutlich keine Ära eingeläutet

Die Madrilenen haben den Titel sicher nicht unverdient gewonnen, aber waren auch weit von der Souveränität entfernt mit der der FC Bayern letztes Jahr Champions-League-Sieger geworden ist. Besonders im Viertelfinale gegen Dortmund und auch im jetzigen Finale gegen Athletico Madrid stand ihnen das Glück deutlich zur Seite. Die anderen Mannschaften in Europa sollten sich also nicht fürchten müssen, dass Real Madrid den europäischen Fussball über Jahre hinaus dominieren wird.

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