Gute Laune und hoher Trainingseinsatz Grund für Mandzukics Ausbootung?

Mario Mandzukic Bayern

Arrogantes Verhalten soll nach Medienberichten die Ursache für die Degradierung des kroatischen Stürmers gewesen sein. Falls diese Begründungen so stimmen, dann könnte diese Bezeichnung eher auf seinen Trainer angewendet werden.

Sowohl Bild als auch Sport1 haben berichtet, dass sich Bayerns Trainer Guardiola über vermeintliche Provokationen seines besten Stürmers geärgert haben soll. So soll der Kroate während einer Nachbesprechung der Niederlage gegen Real Madrid und auch im Training mehrfach gegrinst haben. Zudem wurde ihm vorgehalten, dass er im Training sehr hart gegen seine Kollegen eingestiegen sei.

So ist das also unter Guardiola. Ein paar Mal gute Laune zum falschen Zeitpunkt ausgedrückt und dann noch im Training deutlichen physischen Einsatz gezeigt und schon ist man raus aus dem Kader für das DFB-Pokalfinale. Entsprechend dient als Bewertungsgrundlage dann auch nur das Trainingsverhalten und nicht die eigentlich vernachlässigende Tatsache, dass man mit 18 Toren nebenbei bester Vereinstorschütze dieser Bundesligasaison war.

Unabhängig von seinen Gründen hat der Bayerntrainer hier keine gute Figur gemacht. Wenn man für die nächste Spielzeit nicht mehr mit einem Spieler plant, dann kann man ihm dies im Vertrauen mitteilen und muss ihn nicht öffentlich so brüskieren. Welcher Trainer würde in einem Finale schon freiwillig auf seinen besten Torschützen verzichten und dabei noch verkünden, dass er eigentlich fit genug gewesen wäre um zu spielen? Wieso muss man einem verdienten Spieler, der in den letzten zwei Jahren erfolgreich seine Knochen für den Verein hingehalten hat, so würdelos verabschieden?

Diese Vorgehensweise erinnert stark daran wie sich Guardiola bei Barcelona seiner einstigen Starstürmer Eto’o und Ibrahimovic entledigt hat. Aus sportlicher Sicht mag er ja seine Gründe für diese Entschediungen gehabt haben, aber eine taktvolle Moderation solcher Entscheidungen scheint nicht zu seinem Repertoire zu gehören.

Vermutlich wird der Kroate nun den Verein verlassen und dann wird die nächste Spielzeit zeigen, ob man Mandzukic nicht doch besser hätte behalten sollen. Er ist ein Spielertyp, der zwar nicht mit der besten Technik ausgestattet ist, aber dafür mit grösstem Einsatz zur Sache geht. Er verfügt über Kämpferqualitäten, die der talentiertere Ersatz aus Dortmund, Robert Lewandowski, bisher noch nicht so oft gezeigt hat.

So oder so dürfte es nun auch dem letzten klar sein, dass die Guardiolisierung des FC Bayern stetig voranschreitet und sich der Spanier nicht mehr an sein Antrittsversprechen, nämlich seine Taktik dem Klub anzupassen und nicht umgekehrt, gebunden zu fühlen scheint. Man wird sehen welche Spieler zukünftig ein ähnliches Schicksal wie Mandzukic ereilen werden und wie das dann öffentlich begründet wird.

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