Hamburger SV kurz davor den letzten Zweitligaplatz zu ergattern

Flag Hamburger SV - Hamburg

Wenn es am Ende doch nicht mit dem Abstieg klappen sollte, dann lag es mit Sicherheit nicht an der eigenen Mannschaft.

Man kann sie ja irgendwie auch verstehen. Immer dieses penetrante Verweisen auf die Tatsache, dass man als einziges Bundesligagründungsmitglied noch nicht abgestiegen ist. Diese überdimensionale Stadionuhr, die für alle sichtbar die exakte Zeit der Bundesligazugehörigkeit anzeigt und dann muss natürlich auch noch das Maskottchen ein Dinosaurier sein, damit es auch der Letzte kapiert. Andere Vereine feiern Titel, Pokalsiege und Champions-League-Qualifikationen – beim HSV ist halt schon allein die Ligazugehörigkeit an sich feierungswürdig.

Nun hat aber die tapfere Gruppe des aktuellen Spielerkaders beschlossen mit diesem Traditionsgedöns aufzuräumen um endlich mal den Blick auf die Zukunft zu richten. Zielstrebig wird seit Saisonbeginn daran gearbeitet endlich der 1. Bundesliga zu entfliehen und wenn sich die Konkurrenz aus Nürnberg und Braunschweig nicht offensichtlich demselben Ziel verschrieben hätte, dann würden die Hamburger ja auch schon längst als neues Zweitligamitglied feststehen.

So kommt es nun zum Nachsitzen in den zwei Relegationsspielen gegen Greuther Fürth. Der Gesamtetat dieses ambitionierten Zweitligisten ist gerade mal doppelt so gross wie das Jahresgehalt von Hamburgs vermeintlichem Spielmacher Rafael van der Vaart. Dieser wiederum möchte anscheinend auf subtlie Art und Weise die Missstände und Ungerechtigkeit der Lohnstruktur im Profifussball anprangern, indem er schon seit Monaten unterdurchschnittliche Leistung für sein überdurchschnittliches Gehalt liefert.

Am morgigen Sonntag muss nur noch ein letzter kleiner Schritt getan werden und dann ist der HSV von seiner Traditionsduselei befreit. Ein Neustart in der 2. Liga mit solch horrenden Schulden wird zwar auch nicht einfach sein, aber immerhin muss man dort dann nicht mehr die Stadionuhr und das Dinosaurierermaskottchen ertragen.

Geschichte haben sie unabhängig vom Ausgang des morgigen Spiels sowieso schon geschrieben, nämlich als der Verein, der so wenig wie möglich aus seiner hervorragenden Infrastruktur macht. Vielleicht wäre es eine gute Idee dann eine neue Uhr zu montieren, die die Zeit zählt bis die Mannschaft mal wieder am Saisonende unter den ersten sechs in der ersten Liga steht. Den bedauernswerten Fans wäre es auf jeden Fall zu gönnen, dass diese nicht zu lange ausfällt.

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