Saisonbilanz SC Freiburg

Badenova-Stadion Fankurve - SC Freiburg

Die Breisgauer haben nach einem schwachen Saisonstart doch noch relativ souverän den Klassenerhalt geschafft. Trotzdem hat man auch gesehen, dass der Klub der Doppelbelastung aus Europa League und Bundesliga nicht gewachsen war.

Das lief gut

Nachdem die Mannschaft nach einer bescheidenen Hinrunde mit nur 14 Punkten auf dem 16. Tabellenplatz stand, steigerte sie sich im zweiten Saisonverlauf erheblich und landete am Ende mit noch 22 zusätzlichen Punkten auf dem 14. Rang. Während die Konkurrenz aus Hamburg und Nürnberg aus ihren Trainerwechseln kein Kapital schlagen konnten, machte es sich beim SC Freiburg bezahlt, dass man den Trainer Christian Streich nicht in Frage stellte. Dadurch konnte in aller Ruhe konzeptuell weitergearbeitet werden.

Wie der Club aus Nürnberg hatten auch die Breisgauer eine Schweizer Lebensversicherung im Sturm. Der Eidgenosse Mehmedi erzielte insgesamt 12 Saisontore und wurde deswegen für die kommende Spielzeit fest von Dynamo Kiew verpflichtet.

Das war weniger überzeugend

Die Badener haben bewiesen, dass sie mit der Doppelbelastung aus Europa League und Meisterschaft nicht zurecht kamen. Der Kader war für beide Veranstaltungen nicht breit genug aufgestellt, so dass sich die besseren Bundesligaresultate erst nach dem Ausscheiden in der Europa League einstellten.

Bedauerlicherweise hat Freiburgs Trainer Streich in dieser Saison viel von seinem positiven Image der letzten Spielzeit verloren. Wurde er im vergangenen Jahr noch als echtes Unikat gefeiert, das sogar mit dem Fahrrad zum Training fährt, sorgte er dieses Jahr aufgrund seiner cholerischen Art an der Seitenlinie immer wieder für Kopfschütteln. Spätestens nach seinem Hinweis auf aufkeimende Schadenfreude bei ihm aufgrund der Entlassung des Nürnberger Kollegen Verbeek, mit dem er sich im Spiel beider Mannschaften einen hitzigen Disput lieferte, drängt sich einem der Eindruck auf, dass Streich nur schlecht mit gewissen Drucksituationen im Profifussball umgehen kann. Das soll aber natürlich nicht seine Leistung als Trainer schmälern.

So könnte es zukünftig aussehen

Der Verein hat viele junge hoffnungsvolle Talente, die bei den Breisgauern auch regelmässig zum Einsatz kommen. Durch die erfolgreichen Beispiele von Torhüter Oliver Baumann, der jetzt zum ambitionierteren Klub aus Hoffenheim gewechselt ist, und vor allem Matthias Ginter, welcher aufgrund seiner starken Leistungen mit Freiburg sogar Nationalspieler geworden ist, wissen die jungen Spieler, dass ihnen der Verein perfekte Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Auch in Zukunft wird der SC Freiburg als Sprungbrett für hoffnungsvolle Talente gelten und kann sich auf diesem Weg vielleicht auch dauerhaft in der 1. Liga halten. Auf der Trainerbank ist der Verein ebenfalls erstklassig besetzt, auch wenn man dem Übungsleiter Streich manchmal ein bisschen mehr Besonnenheit wünschen würde.

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