Warum Armin Vehs Wechsel zu Stuttgart Sinn macht

Armin Veh - Eintracht Frankfurt manager

Der Erfolgstrainer kehrt zur Mannschaft zurück mit der er 2007 deutscher Meister geworden ist. Der Zeitpunkt dafür hätte für ihn kaum besser sein können.

Auf den ersten Blick scheint die Perspektive bei den Schwaben nicht besser zu sein als bei seinem ehemaligen Verein Frankfurt, welchen er just mit der Begründung der sportlichen Perspektivlosigkeit verlassen hat. Macht Veh also sich selbst oder seinem ehemaligen Verein etwas vor?

Keineswegs, denn auch wenn der VfB diese Saison nur ganz knapp dem Abstieg entgangen ist, sieht die Zukunft relativ rosig aus. Der Präsident des Vereins hat ja bereits mitgeteilt, dass das finanzielle Tal durchschritten sei und der Sparkurs deshalb erstmal ein Ende haben würde.

Bereits in dieser Spielzeit hatten die Schwaben gemeinsam mit dem HSV mit 40 Millionen Euro den sechshöchsten Etat und dieser wird nun weiterhin aufgestockt. Das bedeutet auch, dass Veh auf dem Transfermarkt aktiv werden und in gewissen Grenzen seinen Kader weiter verbessern kann.

Das dieser gar nicht so schlecht ist, zeigte die Mannschaft auch dieses Jahr bereits in Ansätzen. Einige Spieler aus der eigenen Jugend wie Antonio Rüdiger, Rani Khedira und vor allem der erst 18-jährige Shootingstar Timo Werner haben in dieser Spielzeit ihre ersten Bundeligaerfahrungen sammeln dürfen und werden in Zukunft sicher noch eine gewichtige Rolle spielen. Darüberhinaus gibt das gelungene Comeback von Spielmacher Didavi grosse Hoffnung für die neue Saison.

Da die jetzige Spielzeit so bescheiden endete, wird trotzdem der Erwartungsdruck auf Veh erstmal nicht so gross sein. Wahrscheinlich würde schon ein solider Mittelfeldplatz als Erfolg angesehen werden. Es ist also der perfekte Zeitpunkt für den gebürtigen Augsburger nach Stuttgart zurückzukehren, da das Potential des Vereins tatsächlich deutlich besser ist als der diesjährige 15. Tabellenplatz vermuten liesse.

Auf der anderen Seite hat sich Vehs ehemaliger Verein Eintracht Frankfurt zwar in der Bundesliga etabliert, aber grosse finanzielle und sportliche Sprünge werden die Hessen zukünftig trotzdem nicht machen können. Mit Sebastian Rohde und Pirmin Schwegler haben schon zwei der wichtigsten Spieler ihren Abschied aus der Mainmetropole bekanntgegeben. Darüberhinaus wird der Etat von zuletzt 30 Millionen Euro ohne die Einnahmen aus der Europa League sicher nicht deutlich erhöht werden können, so dass der neue Trainer der Hessen bescheidene Wünsche und Kreativität für die Zusammenstellung des neuen Kaders brauchen wird.

Armin Veh war sich wahrscheinlich der unterschiedlichen Entwicklungen bei beiden Vereinen durchaus bewusst als er mit einer Rückkehr zum VfB liebäugelte. Die Endtabelle der jetzt zu Ende gegangenen Saison sollte nicht als alleiniger Gradmesser für die Nachviollziehbarkeit dieser Entscheidung herangezogen werden.

Register for HITC Sport - Daily Dispatch