Saisonbilanz 1.FC Nürnberg

Frankenstadion - 1. FC Nurnberg

Der Club ist nunmehr mit acht Bundesligaabstiegen der Rekordhalter in dieser Kategorie. Selten war jedoch der Gang in die 2. Liga vermeidbarer als dieses Mal.

Das lief gut

Die Führungsebene in Person von Martin Bader hat trotz eines katastrophalen Saisonstarts und einer Hinrunde ohne einen einzigen Sieg nicht die Nerven verloren. Zuerst wurde dem ehemaligen Nachwuchstrainer Michael Wiesinger genug Zeit gegeben um das Ruder doch noch herumzureissen und dann mit dem Niederländer Gertjan Verbeek ein renommierter Konzepttrainer als Nochfolger für diese Position verpflichtet. Zusätzlich hatte man mit dem Schweizer Josip Drmic vom FC Zürich vor der Saison ein echtes Schnäppchen ergattert. Der 21-jährige Stürmer hat in seiner ersten Spielzeit gleich 17 Treffer erzielt und war damit eine der Entdeckungen der Saison.

Das war weniger überzeugend

Leider hat der Nürnberger Manager Bader seine besonnene Linie nicht während der kompletten Saison durchgezogen. Drei Spieltage vor Schluss wurde der Trainer Verbeek entlassen, nachdem die Mannschaft wieder auf den 17. Tabellenplatz abgerutscht war. Zwischenzeitlich spielte sie unter ihm einen ansehnlichen und erfolgreichen Offensivfussball und schaffte es nach ein paar niederlagenfreien Spielen bis auf den 12. Tabellenrang. Umso unverständlicher war danach der erneute Absturz unter dem charismatischen Trainer. Die Idee mit einem Feuerwehrmann aus den eigenen Reihen scheiterte jedoch grandios. Unter Interimstrainer Prinzen gab es zum Schluss drei Niederlagen in den letzten drei Partien.

So könnte es zukünftig aussehen

Der Club benötigt jetzt exakt einen Trainer wie sie ihn mit Verbeek eigentlich schon hatten. Jemanden, der der Mannschaft eine eigene Spielphilosophie verschreiben kann und damit mittelfristig Erfolg hat. Allerdings ist fraglich, ob der neue Trainer tatsächlich die nötige Zeit dafür bekommen würde. Nürnbergs Manager Bader ist nach dieser erfolglosen Spielzeit deutlich angezählt, so dass er wahrscheinlich kurzfristige Erfolge benötigen wird. Der Torjäger Drmic wird in der zweiten Liga nicht zu halten sein und wahrscheinlich nach Leverkusen gehen. Auch einige andere Stammkräfteund junge Talente könnten den Verein verlassen. Man sollte nicht unbedingt davon ausgehen, dass der Club sofort wieder um den Bundesligaaufstieg mitspielen wird, da es aktuell im Verein einfach zu viele Baustellen gibt. Bis klar ist, ob Bader überhaupt weitermachen darf und wer der neue Trainer wird, wird wertvolle Zeit vergehen, die danach bei der Saisonvorbereitung fehlen wird. Sofern in Nürnberg jetzt die richtigen Personalentscheidungen getroffen werden, ist es allerdings nicht unrealistisch, dass der Club in drei Jahren wieder in der Bundesliga vertreten sein wird.

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