Juan Arango verlässt die Bundesliga und wechselt nach Mexiko

Borussia-Park Nordkurve exterior - Borussia Monchengladbach

Der begnadeste Linksfuss in der Bundesliga seit Balakov hat einen Zweijahresvertrag in Tijuana unterschrieben. Jeder der das Ästhetische am Fussball liebt, muss das bedauern.

Es mag nicht überraschend kommen, aber bedauernswert ist es dennoch. Der Venezolaner Juan Arango wird Borussia Mönchengladbach zum Saisonende verlassen und sich stattdessen dem mexikanischen Erstligisten aus Tijuana anschliessen.

Dort ist sein ehemaliger venezolanischer Nationaltrainer Cesar Farinas der Coach und somit wird ihm gewiss die Wertschätzung widerfahren, die er zuletzt bei Gladbachs Vereinsführung vermisst hat.

Juan Arango steht für die genialen Momente im Fussball: die traumhaften 40-Meter-Pässe aus dem Stand, die vielen Freistosstore, die verrückten, weil unerwarteten Torschüsse. Er hat nur einmal die Auswahl zum Tor des Monats gewonnen, aber es hätten locker auch fünf weitere seiner Treffer in dieser Kategorie ausgezeichnet werden können.

Unvergessen bleiben sein unglaublicher Treffer gegen Mainz, als er den Ball aus 45 Metern Torentfernung an der Seitenauslinie aus einem unmöglichen Winkel versenkt hat, oder auch seine zahlreichen erfolgreichen Direktabnahmen.

Natürlich hat er auch seine Defizite, da er mitunter launisch und unkonstant in seinen Leistungen war. Ausserdem ist er nie durch besondere Laufleistungen aufgefallen. Vielleicht meint Gladbachs Trainer Favre deshalb auf ihn verzichten zu können.

Mit dem 25-jährigen Traore von Stuttgart und dem 23-jährigen Hahn von Augsburg wurden bereits zwei extrem laufstarke Mittelfeldspieler von der Bundesligakonkurrenz verpflichtet. Die Genialität von Arango haben sie freilich beide nicht.

Zuletzt hiess es immer, dass Arango mit seinen 33 jahren gerne noch einen Zweijahresvertrag bei den Fohlen bekommen hätte, aber diese ihm nur ein Jahr mit Gehaltseinschränkungen angeboten haben.

Angesichts der Verdienste des Venezolaners, der das prägende Gesicht des Gladbacher Aufschwungs in den letzten fünf Jahren war, hätte die Vereinsführung eventuell über ihren Schatten springen können. Diese Saison hat er immerhin auch schon wieder acht Tore und sechs Vorlagen auf seinem Konto stehen, so dass bei ihm ein deutlicher Leistungsabfall eigentlich noch nicht zu erkennen war.

Nun wird er sein Glück also in der deutlich weniger dynamischen mexikanischen Liga suchen. Da er dort schon von 2000 bis 2004 gespielt hat, wird er sich wahrscheinlich wieder schnell an die dortigen Begebenheiten gewöhnen. Die Gladbacher Fans dahingegen werden sich sicher schwerer damit tun, sich an ihre Borussia ohne den technisch brillianten Mittelfeldlenker zu gewöhnen.

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