Vielleicht muss man das dann einfach auch mal so akzeptieren

Bayern Munich players warming up - Lahm, Ribery, Robben

Bei Bayern tut man sich schwer die 0:1-Niederlage gegen Real Madrid richtig einzuordnen. Welche Lehren kann man für das Rückspiel ziehen?

Sämtliche Vereinsvertreter des FC Bayern waren von der eigenen Spielweise in Madrid sehr angetan, mit dem Ergebnis der 0:1-Niederlage im Champions-League-Hinspiels gegen Real aber eher unzufrieden.

Tatsächlich muss man über das ergebnis gar nicht so lange lamentieren. Natürlich wäre ein auswärtstor schón gewesen, aber dafür wären es halt ein paar wirkliche Torchancen hilfreich gewesen. Diese gab es dafür mehrfach auf der anderen Seite, weshalb theoretisch auch eine höhere Niederlage möglich, wenn auch zugegebenermassen ungerecht gewesen wäre.

Wenn man als aktueller Champions-League-Titelträger den Anspruch hat den Pokal auch nächstes Jahr in der vereinseigenen Vitrine zu beherbergen, dann muss man diese destruktiv spielende Realmannschaft zu Hause besiegen können. Angst sollte einem der Gegner nach diesem Hinspiel wirklich keine einflössen.

Trotzdem wäre es nicht schlecht, wenn Guardiola die Zeit bis Dienstag nutzen würde um noch ein paar Sachen zu verbessern. Zum Beispiel wäre es nicht schlecht, wenn man mal im Training so banale Dinge wie Eckbälle üben würde. Im gestrigen Spiel waren diese nämlich der Gipfel der Harmlosigkeit. Dabei war es fast schon beeindruckend wie konsequent jeglichem Erkenntnisgewinn getrotzt und die „Strategie“ mit kurz ausgeführten Eckbällen und anschliessend schlechten oder gar nicht erst durchgeführten Flanken aus dem Halbfeld trotz offenkundiger Wirkungslosigkeit beibehalten wurde.

Auch das Angriffsspiel schien nur auf Passsicherheit zu beruhen, wobei dann leider meist der eigentliche Torabschluss vergessen wurde. Einzig Robben mit seiner Dynamik und der eingewechselte Müller mit seiner unorthodoxen Spielweise konnten den Offensivbemühungen des deutschen Meisters etwas Belebung verschaffen.

Guardiola sollte öfter mal daran erinnert werden, dass er bei Bayern am Ende einer 20-minütigen Passstafette eben nicht wie bei Barcelona einen Lionel Messi als Endverwerter hat, sondern stattdessen die Offensivspieler des FC Bayern auch mal mit Flanken gefüttert werden müssen.

Wenn dann auch noch Ribery und Schweinsteiger ihr tatsächliches Potential mal wieder abrufen könnten, dann ist ein Weiterkommen gegen Real am kommenden Dienstag keineswegs unwahrscheinlich. Guardiola muss halt nur eine Formel finden wie der unendliche Ballbesitz seiner Mannschaft in tatsächlich zählbarem Toreerfolg münden kann. So einfach ist die Sache.

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