Sammer wieder als Spassbremse erfolgreich

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Bayerns Sportdirektor macht klar, dass beim Fussball kein Platz für Spass bleiben darf. Ab sofort gilt deshalb beim deutschen Meister Kuschelverbot.

Wie muss man sich eine Trainingseinheit beim FC Bayern vorstellen? Erst spielt man gemeinsam Fussball und haut sich gegenseitig auf die Knochen und dann gibt es Kollektivumarmungen?

Bayerns Sportdirektor Matthias Sammer hat mal wieder in seiner unwiderstehlichen Weise klar gemacht, dass zuviel Harmonie nur schädlich ist. Nach dem Pokalsieg gegen Kaiserslautern polterte er wie folgt: „Bis wir Deutscher Meister waren, waren wir unantastbar, das haben wir verloren. Ich glaube, wir gehen zu positiv, und zu lieb und zu nett in einer Kuscheloase miteinander um. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man in der Ansprache einen Hinweis bekommt, dass das nicht reicht. Ich habe das Gefühl, wir brennen nicht. Für unsere Aufgaben reicht das nicht. Wir müssen uns fragen, ob wir noch zwei Titel wollen."

Gemäss der Sammerschen Logik ist also gute Laune nur schädlich bei der permanenten Titeljagd. Wehe dem, der lächelnd auf dem Trainingsgelände gesichtet wird. Ab sofort sollen auch diese Unverschämtheiten wie gegenseitige Begrüssungen und Umarmungen nach Torerfolgen ausfallen. Schliesslich tut es da auch ein einfacher Handschlagen oder ein anerkennendes Zunicken.

Die Kuscheloase soll jetzt also ausgetrocknet werden. Im Trainingslager wird jedem Spieler vor dem Einschlafen sein Teddybär weggenommen und die gemeinsamen Ringelpietzrunden werden jetzt wohl auch ausfallen.

Sammers Logik, dass zuviel Harmonie erfolgshemmend ist, müsste zwar erst noch von universitären Forschungsinstituten bewiesen werden, aber das stört einen Matthias Sammer nicht. Erfolg entsteht schliesslich durch harte Arbeit und nicht durch gute Laune. Keiner praktiziert beides so stilecht wie Matthias Sammer selbst.

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