Der erstaunliche Imagewechsel der TSG Hoffenheim

Rhein-Neckar-Arena - 1899 Hoffenheim

Vom ungeliebten Hoppenheim zum Torfestivalgaranten. Ausser bei Tim Wiese dürfte der Verein aus Sinsheim im letzten Jahr überall an Sympathien gewonnen haben.

Lange Zeit sah es danach aus als ob die TSG Hoffenheim für alles Unsympathische im Bundesligafussball stehen würde. Keine Bundesligatradition gepaart mit üppigen finanziellen Ressourcen dank der Unterstützung des milliardenschweren SAP-Gründers Dietmar Hopp, ist eine Kombination die bei den vielen Romantikern unter den Fussballfans nicht gut ankommt.

Zusätzlich dazu machte der Verein bei der öffentlichen Demontage ihres Torhüters Tim Wiese sicherlich auch keine gute Figur. Es hätten sich ausserhalb Sinsheim, der offiziellen Spielstätte Hoffenheims, wohl nur wenige Leute gefunden, die sich letzte Saison nicht gut mit einem Bundesligaabstieg der Mannschaft hätten abfinden können.

Tatsächlich sah es auch lange Zeit danach aus, aber ausgerechnet der neue nationale Fandarling BVB gestattete den Hoffenheimern durch einen unerwarteten Auswärtssieg in Dortmund die Chance die Klasse durch zwei Relegationsspiele zu halten.

Bekanntermassen wurde diese Chance genutzt und seit dieser Saison erkennt man den Verein aus dem Südwesten Deutschlands kaum wieder. Der Kader wurde intelligent verstärkt und der neue Trainer Gisdol, welcher bereits am Ende der vergangenen Saison die Mannschaft vor dem Abstieg bewahrt hat, lässt einen attraktiven Offensivfussball spielen.

Gerade letzteres hat sicher zu einem Sympathiegewinn geführt. Keine andere Mannschaft hat in dieser Saison soviel Spektakel geboten wie die Hoffenheimer. In den bisherigen 30 Spielen dieser Saison bringen sie es auf ein Torverhältnis von 66:63, was einem unglaublichen Schnitt von 4,3 Toren pro Spiel entspricht. Damit haben sie die schlechteste Defensive und die drittbeste Offensive nach Bayern und Dortmund in der Liga.

Wenn die Mannschaft nächste Spielzeit noch das Verteidigen lernen würde, dann wäre sicher einiges möglich. Die beiden überragenden Offensivspieler Firminio und Volland scheinen aktuell auf jeden Fall so viel Spass bei Hoffenheim haben, dass sie trotz zahlreicher Offerten einen Verbleib in der schwäbischen Provinz angekündigt haben.

Fehlende Bundesligatradition hin und finanzielle Unterstützung durch den Klubmäzen her; wer so einen erfrischenden Offensivfussballspiel spielt und dabei auch noch komplett vergisst zu verteidigen ist eine Bereicherung für die Liga. Man muss Hoffenheim zwar immer noch nicht mögen, aber über ihren hohen Unterhaltungswert in dieser Spielzeit kann man sicherlich nicht streiten.

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