Calhanoglu soll bei Chelsea London im Gespräch sein

Imtech Arena - Hamburger SV - Hamburg

Bei all der Euphorie über den jungen Türken sollte man nicht vergessen, dass dieser letztes Jahr noch in der 3. Liga gespielt hat.

Natürlich ist sein Talent unbestritten und vielleicht ist er tatsächlich aktuell einer der besten Freistossschützen in der Bundesliga, aber ist das kolportierte Interesse einer Mannschaft wie Chelsea wirklich gerechtfertigt?

Jose Mourinho hat zweifelsohne einen guten Riecher für Talente im Fussball, aber ein Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt käme für Hamburgs Mittelfeldmotor einfach zu früh. In der letzten Saison hat er schliesslich noch bei Spielen gegen Burghausen und Unterhaching dazu beigetragen, dass der Karsluher SC von der dritten in die zweite Liga aufgestiegen ist und jetzt soll er ab nächster Saison schon in der Champions League spielen?

Wenn man zynisch sein möchte könnte man sagen, dass es diese Saison nicht so schwer ist beim HSV zu glánzen, da der Grossteil der Mannschaft einfach eine höchst unbefriedigende Saison spielt. Calhanoglu ist da gemeinsam mit dem dauerverletzten Stürmer Lasogga die Ausnahme und schon interessieren sich einige Topteams aus England für den 20-jährigen Türken.

Wenn er es denn schaffen würde seine Leistung aus dieser ersten Bundesligaspielzeit zu betätigen, dann könnte sich seine Karriere schnell sehr positiv entwickeln. Falls er allerdings nach einem Wechsel zum FC Chelsea sich dort nicht durchsetzen kann, dann würde ihm das sicher einen gehörigen Dämpfer verleihen.

Man sollte den Jungen genauso wenig wie Leverkusens 17-jährigen Shootingstar Brandt zu schnell in den Himmel loben. Das Fussballgeschäft ist sehr schnelllebig und ein rasanter Aufstieg ist noch keine Gewähr dafür auch dauerhaft oben zu bleiben. Beim HSV, falls er denn die Klasse hält, hätte Calhanoglu die Möglichkeit sich dauerhaft weiterzuentwickeln und zu einem gefestigten Bundesligaspieler zu reifen. Sein Standing ist nach der ersten Spielzeit bereits sehr hoch und er hat dort das für einen jungen Spieler so wichtige Vertrauen aller Verantwortlichen.

Bei Chelsea dagegen wäre er erstmal ein kleines Licht, dass sich alles hart erarbeiten müsste. Der Erfolgsdruck ist deutlich höher als in der Hansestadt, was zumeist auf Kosten der Geduld mit entwicklungsfähigen Spielern geht. Chelseas aktuelles Interesse einen Diego Costa für 60 Millionen Euro von Athletico Madrid zu kaufen kann als Beweis dafür gelten, dass der englische Verein aufgrund seiner finanziellen Mittel alles dafür tun wird um sofortigen Erfolg zu gewährleisten.

Hakan Calhanoglu sollte sich ganz genau überlegen, ob er sich dieses Haifischbecken mit so geringer Bundesligaerfahrung tatsächlich schon antun möchte.

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