Warum man nächste Saison bei Bundesligaauswärtsspielen eventuell die deutsche Peripherie besser kennenlernen könnte

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Fürth und Paderborn statt Stuttgart und Hamburg? Da würde sich schon mal ein orientierender Blick auf den Autobahnatlas lohnen.

Noch ist es nicht so weit und in den letzten sechs Spielen der ersten und zweiten Liga kann sich ja noch einiges ändern, aber wenn man sich die Tabellen der beiden höchsten Spielklassen anschaut, dann muss man feststellen, dass das oben beschriebene Szenario keineswegs unmöglich ist.

In der Bundesliga halten sich die beiden Schwergewichte des VfB Stuttgart und der Hamburger SV trotz neuer Trainer konsequent auf den Abstiegsrängen. Der Abstand zum rettenden Ufer des fünfzehnten Platzes, welchen momentan Nürnberg inne hat, beträgt zwar nur zwei Punkte, aber angesichts des schweren Restprogramms der beiden Traditionsvereine weiss man auch nicht so genau gegen wen sie die überhaupt erspielen sollen.

Beide Vereine haben diese Saison noch mal mehr falsch gemacht als sie in den Jahren zuvor schon nicht richtig gemacht haben. Konzeptlosigkeit und interne Führungsquerelen gelten in Hamburg als grösste Fehlerquellen, wobei in Stuttgart mangelnde Investitionsbereitschaft in den Kader (Geld) und den jungen Extrainer Schneider (Zeit) die Hauptprobleme darstellten.

Ganz anders dahingegen die beiden Vereine Greuther Fürth und SC Paderborn, welche in der 2. Liga Platz zwei und drei belegen und schon einen Sechs-Punkte-Vorsprung auf die Konkurrenz haben. Beide Vereine kommen traditionell mit wenig Trainern und Skandalen aus und haben sich mit solider Arbeit und ohne grosse Stars in die Situation gebracht die nächste Spielzeit eventuell in der höchsten deutschen Spielklasse verbringen zu dürfen.

Natürlich mag es jetzt ein paar Traditionalisten geben, welche auf die kleinen Stadien dort und die wenigen Auswärtsfans, die diese Teams zu ihren Spielen mitbringen, schimpfen werden, aber sportlich gesehen hätten es sich diese Mannschaften einen Platz in der Bundesliga absolut verdient.

Vielleicht würde einmal ein lernender Blick auf die sachliche und kompetente Arbeitsweise dieser Vereine oder ähnlicher Beispiele aus der Bundesliga wie Augsburg und Mainz den ehemaligen Spitzenvereinen aus Hamburg und Stuttgart ganz gut tun.

Immerhin gibt es aber auch Hoffnung für die abstiegsbedrohten Schwergewichte der Bundesliga. Mit dem 1.FC Köln steht nämlich auch ein Team mit unausgeschöpften Möglichkeiten und zahlreichen begeisterungs- und leidensfärhigen Fans kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga. Damit wäre ja dann doch wieder eine deutsche Grossstadt mehr dort vertreten.

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