Seit dem Wochenende sind Dortmunds Chancen ins Champions-League-Halbfinale einzuziehen etwas gestiegen

Dortmund Flag

Sowohl die Spiele der Borussen als auch Reals Niederlagen gegen Barcelona geben Anlass zur Hoffnung

Die erste Reaktion nach der Auslosung des Champions-League-Viertelfinales war auf Dortmunder Seite nicht unbedingt von Euphorie geprägt. Zu dominant hatte Madrid die letzten Partien gewonnen und dabei nicht nur dem Erzrivalen der Schwarz-Gelben eine ordentliche Packung verpasst. Ronaldo schien nachträglich noch beweisen zu wollen warum er zum Weltfussballer gewählt wurde und auch der Rest des weissen Starensembles beteiligte sich fleissig am königlichen Angriffswirbel.

Im Gegensatz dazu zeigte Dortmund ungewohnte Heimschwächen und verlor die Spiele gegen Mönchengladbach in der Bundesliga und gegen St. Petersburg in der Champions League. Es schien, als ob der Improvisationskünstler Klopp dismal keine Antwort auf die traditionell lange Verletztenliste seiner Mannschaft hätte.

Von daher war es nicht gerade verwunderlich, dass der Borussia allgemein wenig Chancen eingeräumt wurden ihren Coup vom Vorjahr, als sie Real Madrid im Halbfinale ausgeschaltet hatten, wiederholen zu können.

Das letzte Wochenende hat nun erste Hoffnung aufkeimen lassen, dass man im Champions-League-Duell mit dem spanischen Riesen vielleicht doch nicht so chancenlos ist.

Zum einen spielten die Dortmunder ihr vielleicht bestes Spiel der Bundesligarückrunde und zeigten dabei endlich wieder die Defensivstärke gepaart mit schnell vorgetragenen Angriffen, welche sie in den letzten Jahren so erfolgreich gemacht haben. Personifiziert wurde dieser Wechsel durch die nach Verletzungspausen wieder aktiven Spieler Hummels und Reus, welche sich prompt beide in die Torschützenliste eintragen konnten. Hummels war dabei der stabilisierende Faktor in der Abwehr, wobei Reus die spielstarke Ergänzung zu den Offensivkräften Lewandowski und Mkhitaryan darstellte. Beide scheinen rechtzeitig vor dem Aufeinandertreffen mit Real in zwei Wochen wieder gut in Form zu kommen.

Während über dem Dortmunder Fussballhimmel also langsam wieder die Sonne scheint, erscheinen zum ersten Mal seit langer Zeit ein paar Wolken am Realfirmament. Duch die 3:4-Niederlage gegen Barcelona hat man nicht nur die spanische Tabellenführung eingebüsst, sondern auch zukünftigen Gegenrn offenbart, wie man gegen die Königlichen bestehen kann. Diese zeigten sich besonders in der Defensive anfällig, so dass man den Eindruck nicht ganz los wird, dass Spieler wie Pepe, Ramos oder Marcelo mittlerweile ihren Horizont überschritten haben. Auch Xabi Alonso war vor allem in der zweiten Hälfte nicht mehr der gewohnte Mittelfeldmotor.

In der Verfassung beider Mannschaften vom letzten Wochenende wäre für Dortmund tatsächlich einiges möglich, auch wenn sie auf ihren effizientesten Angreifer Lewandowski im Hinspiel gegen Madrid noch verzichten müssen. Trotzdem verfügen sie über andere Akteure, welche durch ihre Schnelligkeit den langsamen Realverteidigern Probleme bereiten könnten. Vielleicht sollten also Ramos und Pepe noch ein paar Sprintübungen absolvieren, bevor sie es in zwei Wochen mit Aubameyang und Reus zu tun bekommen.

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