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Bundesliga

Hat diese Liverpoollegende das Zeug um irgendwann mal seinen ehemaligen Verein zu trainieren?

Sami Hyypia

Der ehemalige Verteidiger von Liverpool, Sami Hyypiä, trainiert aktuell dieBundesligamannschaft von Bayer Leverkusen. Werden wir ihn eines Tages auf der Bank der Reds sehen?

Es hätte die Woche der Saison sein können. Zuerst am Mittwoch das Champions League Spiel gegen Paris St. Germain und dann am Samstag das Bundesligaspitzenspiel in München gegen die Bayern. In der Winterpause war Bayer Leverkusen zweiter in der Bundesligatabelle und recht optimistisch für den weiteren Saisonverlauf. Sie hatten ein Heimspiel im DFB-Pokalviertelfinale sowie das Champions League Viertelfinale vor der Brust. In der Bundesligatabelle belegten sie den zweiten Platz mit sieben Punkten Rückstand auf die Bayern and vier Punkte Vorsprung auf Mönchengladbach.

Leverkusen’s Manager Völler gab zu dieser Zeit bekannt, dass sie den Vertrag mit ihrem Trainer Sami Hyypiä, dem Architekten des Erfolgs, gerne verlängern würden. Vor ca. einem Monat sagte Völler über den ehemaligen Liverpoolverteidiger, der insgesamt 10 Jahre lang an der Anfield Road spielte, dass “er das bis jetzt hervorragend macht. Er ist der etwas andere Trainer. Viele Trainer sind so halbe Entertainer. Das macht der Sami anders, auf seine Weise und er macht es sehr gut.”

Im Fussball können sich die Dinge schnell ändern. Seitdem hat Leverkusen drei seiner letzten vier Bundesligapartien und auch das DFB-Pokalspiel gegen Kaiserslautern, sowie die Champions League Partie gegen Paris verloren. Besonders das 0-4 zu Hause gegen den französischen Meister hat gezeigt, dass Leverkusen und sein finnischer Trainer noch einen langen Weg vor sich haben bevor sie in Europa konkurrenzfähig sind.

Was bedeutet also diese Reihe von negative Resultaten für Hyypiä? Muss er sich etwa um seinen Job sorgen?

Nicht solange er in Leverkusen ist. Dort gibt es kaum Druck für ihn, da sowieso niemand einen Titel erwartet. Das Team hat zwar viele gute Spieler und es haben auch erst vor kurzem die zwei Schlüsselspieler Stefan Kiessling und der von Arsenal umworbene Lars Bender ihre Verträge bis 2017 und 2019 verlängert, aber die Mannschaft ist trotzdem nicht so gut wie die von Bayern oder Dortmund. Tatsächlich ist Leverkusen wahrscheinlich das einzige Team auf der ganzen Welt, das stolz ist so oft auf dem zweiten Platz gelandet zu sein, weshalb man sich den Namen “Vizekusen” patentieren hat lassen. In der Bundesliga sind sie zum Beispiel schon fünf mal seit 1997 am Ende Tabellenzweiter geworden, ohne jemals eine Meisterschaft errungen zu haben.

Hyypiä hätte sich keine besseres Team aussuchen können um seine Trainerlaufbahn zu starten. In seiner ersten Saison letztes Jahr wurde ihm noch ein erfahrener Jufgendtrainer zur Seite gestellt und seit dieser Spielzeit ist er schliesslich alleine für die Mannschaft verantwortlich.

Man kann den Eindruck gewinnen, dass Hyypiä noch nicht genau weiss, in welche Richtung seine Trainerlaufbahn gehen soll. Er könnte wahrscheinlich finnischer Nationaltrainer auf Lebenszeit werden, falls er sich für einen entspannten Arbeitsplatz ohne jeglichen Drucks entscheiden sollte. Oder im Falle von grösseren Ambitionen könnte er irgendwann in die Premier League wechseln. Bis jetzt hat er lediglich bewiesen, dass er das Potential hat ein grosser Trainer zu werden, aber er muss auf jeden Fall auch noch viel lernen. Sein ausgeglichener Charakter zusammen mit seiner Ruhe und Erfahrung werden ihm mit Sicherheit helfen kritische Karrieremomente, wie jetzt in Leverkusen, zu meistern. Die Mannschaft dort ist auch stark genug um sich regelmässig für europäische Wettbewerbe zu qualifizieren und vielleicht möchte Sami Hyypia ja eines Tages herausfinden wie es ist mit einer Mannschaft um einen Titel mitzuspielen. Es ist nur schwer vorstellbar, dass er sich zieren würde wenn irgendwann mal ein Anruf von der Anfield Road kommen sollte. Die Bundesliga würde auf jeden Fall diesen sympathischen Gegenpol zu den vielen egozentrischen Protagonisten im Profifussball vermissen.

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