Schalkes Manager schämte sich für ehemaligen Arsenalspieler

Jens Lehmann

Die ehemalige Nummer 1 der Gunners hat in letzter Zeit recht viel zu sagen und erntet dafür nicht nur Applaus.

Jens Lehmann, der zwischen 2003 und 2008 Torhüter bei Arsenal war, sagte dass er sich für die letzten Leistungen von Schalke gegen Real Madrid (1-6) und Bayern (1-5) geschämt hat. Horst Heldt, aktuell Schalkes Manager, antwortete daruf in einem Bildinterview mit demselben Wortgebrauch. "Ich habe mich über die Niederlagen maßlos geärgert wie jeder Schalker. Aber das letzte Mal geschämt habe ich mich, als Jens Lehmann als Spieler des VfB Stuttgart einem Mainzer Fan die Brille vom Kopf gezogen hat." Mit dieser Aussage bezieht er sich auf einen Vorfall aus dem Jahr 2009 als Lehmann einem Mainzer Fan die Brille weggenommen hat nachdem dieser ihn nach seiner roten Karte im Spiel Stuttgart gegen Mainz verhöhnt hatte. Heldt war damals Stuttgarts Manager.

In letzter Zeit hat Lehmann die deutsche Öffentlichkeit mit einer Reihe von ungewöhnlichen Ideen und Kommentaren erstaunt.

Nach Hitzlspergers Coming Out hat er auf Sky Deutschland gesagt, dass es sich für ihn komisch angefühlt hätte, wenn sich ein Teamkollege geoutet hätte. " Man duscht jeden Tag zusammen, man hat Phasen, in denen es nicht so läuft. Niemand kann seine Gedanken kontrollieren. Was ich mit Sicherheit gewusst hätte, ist, dass es einige gegeben hätte, sei es Konkurrenten oder andere in der Kabine, die permanent Witze darüber gemacht hätten. Es ist nicht so, dass da 25 hoch Intellektuelle rumlaufen, die darüber diskutieren, ob jemand schwul ist oder nicht. Fußball ist eine Männersache, da muss man nicht so viel nachdenken."

Mit dieser Aussage wird er vermutlich nicht viel zu einem toleranteren Klima gegenüber homosexuellen Fussballspielern beitragen. Stattdessen bestätigt er damit nur, dass es wahrscheinlich keine so gute Idee ist sich während der aktiven Laufbahn zu outen.

Vor drei Wochen hat er dann die deutschen Fussballfans mit einem neuen ökonomischen Verteilungsmodell überrascht. Einmal mehr auf Sky Deutschland brachte er dabei folgenden Vorschlag: "Man könnte die Bayern fragen, ob sie das Geld, dass sie von der Telekom, Allianz, Adidas und so weiter einnehmen, wo Millionen deutscher Bundesbürger für die Gewinne sorgen, ob man das nicht solidarischer unter den Bundesligavereinen verteilen sollte"

Das ist ohne zweifel eine charmante und eher romantische Idee wie man die Bundesliga oder sogar unsere Gesellschaft neu strukturieren könnte. Man könnte auch Jens Lehmann fragen, ob er das Geld, dass er von Schalke 04, Arsenal London, VfB Stuttgart und so weiter eingenommen hat, wo Hunderttausende von Fans für die Gewinne sorgen, ob man das nicht solidarischer unter seinen Nachbarn verteilen sollte.

Am 17. Februar hat Lehmann auf Englisch getweeted dass ihm eine Tasche aus seinem Auto in London gestohlen wurde und dass er der Person, die sie ihm zurückbringt, 2000 Pfund zahlen wuerde. Man weiss zwar nicht wie erfolgreich diese Form der Wiederbeschaffung war, aber vielleicht war der Dieb doch nicht absolut überzeugt davon, dass ihm Lehmann tatsächlich Geld für das Zurückbringen einer Tasche zahlen würde, die er ihm zuerst entwendet hat. Lehmann selbst kann dabei als positives Beispiel gelten, schliesslich hat er 2009 dem Mainzer Fan auch wieder seine Brille zurückgegeben, sogar ohne Geld dafür zu fordern.

Jens Lehmann ist so präsent wie nie. Er stellte und stellt sich sozialen und persönlichen Problemen mit kreativen Loesungen und gibt dabei noch einen Einblick was Fussballspieler beim Duschen wirklich denken. Man sollte sich für Horst Heldt schämen, dass er sich für so jemanden schämen konnte.

image: © wonker

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