Wie viel ist die Bundesliga international tatsächlich wert?

Sami Hyypia

Nach dem reindeutschen Championsleaguefinale im letzten Jahr haben die deutschen Fussballfans bereits davon geträumt, dass die Bundesliga die Premier League in der UEFA-Fünfjahreswertung bald überholen würde. Leverkusens und Schalkes letzte Spiele lassen daran allerdings starke Zweifel aufkommen.

Die Bundesliga liefert in der Champions League weiterhin ein sehr uneinheitliches Bild ab. Während Bayern München und Borussia Dortmund mit eindrucksvollen Auswärtssiegen bewiesen, warum sie letztes Jahr das Championsleaguefinale bestritten haben, fuhren sowohl Bayer Leverkusen als auch Schalke 04 deutliche Heimpleiten ein.

In der Bundesliga stehen diese Mannschaften dagegen auf Platz 2 und 4, so dass man sich unweigerlich fragen muss, ob allen anderen Bundesligavereinen ausser Dortmund und Bayern aktuell einfach die nötige Klasse fehlt um international mitzuhalten. Besonders Leverkusen dürfte nach Resultaten wie diesem 0-4 gegen Paris, einem 0-5 gegen Manchester United in der diesjährigen Gruppenphase und einem 1-7 vor zwei Jahren gegen Barcelona in der Championsleague nicht gerade als Abwehrbollwerk verschrien sein. Hoffnung macht indes ausgerechnet die internationale Statistik der letzten paar Jahre eines anderen Bundesligisten.

In der Saison 2008/09 scheiterte Borussia Dortmund in der Qualifikation zur 1. Runde der Europa League an Udinese Calcio. Zwei Jahre später folgte das Aus in der Gruppenphase der Europa League. In der darauffolgenden Saison qualifizierte man sich immerhin schon für die Champions League, aber dort scheiterte man ebenfalls in der Gruppenphase. In der Saison 2012/2013 gelang schliesslich eine international fast perfekte Saison mit dem Einzug ins Championsleaguefinale.

Auch wenn die Mannschaft sich seit dem Qualifikationsspiel gegen Udinese vor sechs Jahren stark verändert hat, so gibt es doch jemanden der Jahr für Jahr Erfahrungen sammeln und lernen konnte wie man auf internationaler Bühne erfolgreich sein kann, nämlich den Trainer Jürgen Klopp.

Leverkusens Trainer Hyypiä und sein Schalker Pendant Keller beweisen jede Woche in der Bundesliga, dass sie durchaus das Potential zu guten Trainern haben, aber beide haben bis jetzt eben auch noch kaum internationale Erfahrung als Trainer. Wenn man mit ihnen ähnlich geduldig wie mit dem aktuellen Dortmunder Trainer umgeht, dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass sowohl Leverkusen als auch Schalke in ein paar Jahren keine Lieblingsgegner mehr für ambitionierte Torjäger in der Championsleague sein werden. Bis es allerdings soweit ist, muss man neidlos anerkennen, dass die Premier League insgesamt wohl doch noch ein bisschen stärker als die Bundesliga ist, abgesehen von Bayern und Dortmund natürlich.

image: © Dmitry Neymyrok

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