Marihuana als Medizin: Kann die NFL Cannabis bald legalisieren?

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Die NFL könnte die erste Liga werden, die den Konsum von Marihuana erlaubt.

Schlimmer kann es eigentlich kaum werden. Mit hohem monetärem Aufwand und hohen menschlichen Verlusten kämpfen die USA seit fast einem Jahrhundert einen Krieg gegen Drogenhandel.

Der ehemalige amerikanische Präsident Richard Nixon beschrieb mit dem einprägsamen Begriff „War on Drugs“ die angestiegenen Anstrengungen in den 1970er Jahren. Doch auch Nixon konnte nichts an dem mäßigen Erfolg des Drogenkrieges ändern.

Nun gibt es eine Gegenbewegung, die immer mehr Zuspruch bekommt. Seit dem 1. Januar 2014 ist es legal im amerikanischen Bundesstaat Colorado, der Heimat der Denver Broncos, Marihuana zu kaufen und zu konsumieren. Auch in Washington, im Nordwesten der USA, wo die Seattle Seahawks spielen, gibt es ein ähnliches Gesetz. In vielen Bundesstaaten ist der Konsum von Cannabis als Medizin erlaubt.

Kann die NFL Cannabis nun auch für ihre Spieler legalisieren?

Weil sich viele NFL-Teams in Bundesstaaten befinden, die die Prohibition aufgehoben haben, ist das eine berechtigte Frage. Doch in der amerikanischen Football-Liga herrschen andere Gesetze. Ein Sprecher der Liga sagte noch vor zwei Jahren: „Marihuana bleibt verboten […].“

In dem Tarifvertrag, dem „Collective Bargaining Agreement“ der NFL von 2011, ist der Drogenkonsum geregelt und es gilt als unwahrscheinlich, das der 10-Jahres-Vertrag vor 2021 geändert wird.

Doch Roger Goodell, der Chef der NFL, hat sich nun zu den neuen rechtlichen Begebenheiten in Colorado und Washington geäußert. In einem Interview sagte er, dass er sich vorstellen könne Marihuana als Medizin zu erlauben. Voraussetzung ist, dass die Heimatländer der Teams ein Verbot aufgehoben haben.

„Ich weiß nicht, wie sich das entwickeln wird,“ sagte Goodell. Ob die Medizin bald so weit ist, bei Schmerzen und Verletzungen helfen zu können, wisse er nicht. „[…] aber wir werden auch weiterhin die Entwicklung der Medizin unterstützen.“

Die NFL könnte die erste Liga werden, die den Konsum von Marihuana erlaubt. Bis 2021 ist zwar noch lange hin, viele Befürworter für diesen Schritt gibt es aber bereits. Einige Ärzte empfehlen Marihuana als Medizin zu verwenden. Vor allem in USA wird es als schmerzlinderndes Mittel verschrieben. Es soll bei den Folgen einer Gehirnerschütterung helfen.

Gehirnerschütterungen sind zur Zeit ein heikles Thema in der NFL. Viele ehemalige Spieler haben die Liga bereits verklagt, weil sie an den Folgen von Kopf- und Nackenverletzungen leiden und nicht von ihrem Arbeitgebern aufgeklärt wurden. Deswegen will Roger Goodell nicht den Eindruck erwecken, er verschließt sich neuen medizinischen Erkenntnissen.

Eine interessante Wendung: Von der verpönten Droge zur heilbringenden Medizin.

Howard Bryant von ESPN argumentiert sogar, dass es schon fast unmoralisch ist Spielern Marihuana vorzuenthalten. „Unter den Umständen, dass Marihuana ein legitimes Schmerzmittel ist – besonders für Migräne, die ein Nebeneffekt der Gehirnerschütterung sein kann – […] ist es schon fast unmoralisch Spielern das Recht abzusprechen es zu nutzen.“

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image: © Tony Alter