„Jeder wusste es...“ Homosexuelle Footballspieler in der NFL

San Francisco 49ers

Ehemalige NFL-Spieler haben sich zu ihren damaligen homosexuellen Mitspielern bekannt.

Der Umgang mit Homosexualität im Sport ist leider immer noch ein schwieriges Unterfangen. Da unterscheidet sich die amerikanischen Football-Liga NFL nicht von den europäischen Fußball-Ligen, wie der Bundesliga oder der Premier League.

Oder gibt es Hoffnung?

Als sich Chris Culliver von den San Francisco 49ers am Vorabend des letzten Super Bowls zu einem unsäglichen Kommentar hinreisen ließ und Homosexualität in der NFL deutlich kritisierte, schien sein Umfeld schnell zu reagieren.

Trainer und Mannschaft distanzierte sich von ihm. Terrell Suggs, Linebacker von den Baltimore Ravens, den damaligen Super Bowl Gegnern der 49ers, äußerte sich neben anderen besonders deutlich: „In unserer Mannschaft […] akzeptieren wir die Menschen wie sie sind. Wir kümmern uns nicht so sehr um die Sexualität einer Person.“

Im März diesen Jahres kündigte die nordamerikanische Football-Profiliga offiziell sich mehr für die Rechte von schwulen Spielern einzusetzen „und ihre Bemühungen im Kampf gegen Schwulenfeindlichkeit [zu] steigern.“ 

Der Generalstaatsanwalt im Staat New York, Eric Schneiderman, gab im kämpferisch, optimistischem Tonfall bekannt: „Diskriminierung und Belästigung werden wir in keiner Form tolerieren.“

Ein Lichtblick in der Debatte, die zeigt, dass die NFL sich zumindest bemüht sexistischen Äußerungen nachhaltig entgegenzutreten.

Doch bis es wirklich zu einer Gleichstellung kommt, wird sicher noch etwas Zeit vergehen.

Nun haben sich ehemalige Spieler der Houston Oilers zu ihren damaligen homosexuellen Mitspielern bekannt und vielleicht einen weiteren Schritt in Richtung Akzeptanz getan.

„Hör zu, diese Jungs, über die wir reden, waren unglaubliche Mannschaftskameraden,“ sagte der Linebacker Lamar Lathon der Tageszeitung Houston Chronicle über seine Kollegen in den frühen 1990er Jahren

Bubba McDowell, der ebenfalls bei den Oilers in der Zeit spielte, wird folgendermaßen zitiert: „Jeder wusste, dass bestimmte Jungs (schwul waren).“

Nicht mehr als ein Lippenbekenntnis? Dennoch eine gute Nachricht für die Agenda der NFL Schwulenfeindlichkeit zu bekämpfen und vielleicht ein Vorbild für junge Spieler im Umgang miteinander?

Was denkst Du? 

images: © Amy Meredith