Özil als falscher Neuner. Könnte das ein Vorbild für Arsenal werden?

Ozil Arsenal 5

Mesut Özil und André Schürrle haben gegen das grüne Bollwerk der Iren gewonnen. Wird dies nun zum Vorbild bei Arsenal oder Chelsea?

In der Not frisst der Teufel Fliegen. Das alte Sprichwort trifft es kaum wenn es um den deutschen 3-0 Sieg gegen Irland geht.

Aber Jogi Löw hatte fast keine Option mehr auf der Stürmer Position. Der 35-jährige Rekordstürmer Miroslav Klose hatte gerade erste mit dem Training wieder angefangen nachdem er am Fuß operiert wurde und Mario Gómez vom italienischen ACF Florenz, Löws zweite Option, setzt gerade mit einer Knieverletzung aus.

Joachim Löw, der höchst wahrscheinlich seinen Vertrag beim DFB verlängern wird, hätte auch Stefan Kießling, den letztjährigen Torschützenkönig, beordern können. Oder er hätte den jungen Max Kruse von Borussia Mönchengladbach aufstellen können. Oder er hätte Thomas Müller wie Pep Guardiola in Münchens Sieg über Manchester City spielen lassen könne.

Aber Löw tat nichts von dem. Er hatte sich etwas anderes ausgedacht. Etwas was mehr nach einer „in der Not frisst der Teufel Fliegen“-Wahl aussah. Löw spielte mit Mesut Özil als Stürmer.

Es sah komisch aus Özil auf der Position spielen zu sehen. Der 1.83 große und 76 kg schwere 24-jährige hat nicht gerade die ideale Statur für einen Stürmer. Und Özil spielt auch nicht wie ein Stürmer.

Özil spielte dennoch sehr gut und erzielte sogar ein Tor obwohl es nicht seine natürliche Position war. Deswegen war er auch mehr als falscher Neuner, oder als hängende Spitze, auf dem Feld und wechselte sich mit Thomas Müller, Toni Kroos und André Schürrle vorne ab.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bewertete Löws Experiment als ordentlichen Versuch. Bei Özil, so schrieben sie, „war es überdeutlich, dass er seine Stärken dann am besten ausspielte, wenn er sich nicht aus vorderster Linie in das Kombinationsspiel einschaltete, sondern eher aus seiner angestammten Position hinter der Spitze gestaltete – auch wenn er in der Nachspielzeit den dritten Treffer beisteuerte.“

Die Süddeutsche Zeitung fand dagegen harschere Kritik: „Mesut Özil pendelte gegen Irland zwar fleißig zwischen Sturm und Mittelfeld, wie ein echter falscher Stürmer, verwirrte damit aber nicht nur die Iren, sondern anscheinend auch sich selbst.”

Jogi Löw bewertete seine neue Aufstellung in seinem gewohnt sachlichen Stil: „Es ist immer eine Variante“

Ich weiß nicht wo die Vorbehalte herkommen, aber ich denke das die Aufstellung eine brillante Veränderung mit sich brachte. Özil machte mit seiner neuen Rolle als falscher Neuner Platz für Toni Kroos, der sonst auf der Bank sitzen würde.

Kroos glänzte in einer Partie, in der Verteidigen Irlands einziges Ziel war. Oder wie es der kicker zusammenfasste: „So kam die DFB-Auswahl nur selten am ‚Grünen Bollwerk‘ vorbei […] bekam das Spiel dann aber wieder in den Griff und initiierte selbst wieder Angriffe. Dabei wurde bevorzugt Schürrle gesucht, der den ‚Abwehr-Beton‘ immer wieder mit Tempodribblings aufbrach.“

Ein anderer Punkt, der scheinbar von jedem vergessen wird ist, das gegnerische Teams sich auf diese Option vorbereiten müssen. Das schnelle Umschalten der Aufstellung und die Variabilität bringt eine weitere Dimension ins deutsche Spiel und macht es noch schwerer gegen die Nationalmannschaft zu spielen.

Könnte Özils neue Position ein Vorbild für Arsène Wenger bei Arsenal sein?

image: © Ronnie Macdonald

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